Kreistagsfraktion
Die Geschäftsführerin des Innocel – Innovationszentrum der Stadt Lörrach für Start-up Unternehmen und der Wirtschaftsförderung der Stadt Lörrach, Frau Marion Ziegler-Jung, gab der SPD-Fraktion einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Fragestellungen des Wirtschaftsstandortes der Stadt Lörrach und der Region.
Neben dem Innocel hat insbesondere auch das Phaenovum – ein Schülerforschungszentrum, welches aktuell Vizeweltmeister im Fach Physik stellt – als Ausbildungsort für Schülerinnen und Schüler nicht nur aus der Stadt Lörrach eine besondere Bedeutung erlangt. Durch die frühzeitige Schülerförderung kann erreicht werden, dass sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt Talente finden und fördern lassen. Dies sei für den Standort im Dreiländereck von großer Bedeutung, die es auch künftig auszubauen gilt.
Kreisrätin Jennifer Sühr erklärt, warum wir im Kreistagsausschuss gegen einen hohen Kredit für Tablets für die Schulen in Trägerschaft des Kreises gestimmt haben. Wir müssen da auf die Mittel vom Bund warten, damit wir alle Schulen im Kreis gleichberechtigt ausstatten können.
Nach 24 Jahren Sozialberatung und Sozialbetreuung hat das Familienzentrum „Wunderfitz“, ein aus einer Elterninitiative entstandener gemeinnütziger Verein, in diesen Tagen ein neues Zuhause gefunden. In enger Abstimmung mit der Stadt Weil am Rhein und deren Städtischer Wohnbau GmbH wurden in der Gustave-Fecht-Straße optimale räumliche Möglichkeiten für die Verwaltung und für die Durchführung der umfangreichen Betreuungsangebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, insbesondere aber für junge Familien, geschaffen. Mit diesem Projekt hat das „Wunderfitz“ seine sehr erfolgreiche Arbeit zur Familienbetreuung in den letzten 24 Jahren auf eine neue räumliche Grundlage stellen können.
Mehr als überrascht zeigt sich Fraktionsvorsitzender Klaus Eberhardt über die in den letzten Tagen entstandene Diskussion über die Machbarkeit eines S-Bahn-Haltepunktes am Zentralklinikum. Alle Fraktionen im Kreistag hätten festgestellt, dass die bislang von der Bahn anvisierte ordentliche Anbindung an das Zentralklinikum in 25 Jahren – also zehn Jahre nach Inbetriebnahme des Klinikums – viel zu spät sei. Deswegen ist das vollkommen legitim, für Beschleunigungen im Planungsprozess zu sorgen und auch Übergangslösungen zu diskutieren. Dies sei auch der Grund gewesen, dass bei der Wiesentalkonferenz auch der Kreistag eingebunden ist, um tunlichst zügig einen S-Bahn-Haltepunkt vom Zentralklinikum zu erreichen. Dies sei Aufgabe des gesamten Kreises und nicht allein in der Entscheidungsbefugnis Einzelner. Die SPD fordert deshalb eine erneute Prüfung von Übergangslösungen und – neben der Diskussion in der Wiesentalkonferenz – eine Kreistagssitzung mit Verkehrsexperten und Vertretern des Landes und der Bahn, um schneller ans Ziel zu kommen. Schuldzuweisungen und Wahlkampfgetöse helfen hier nicht weiter. Für die Übergangsvorschläge müssten Prognosezahlen vorgelegt werden. Aus Sicht der SPD ist es konsequent, vor dem Idealfall mit zweigleisigem S-Bahn-Ausbau im Wiesental auch Übergangslösungen für den Halt am Zentralklinikum zu denken. Eine etappenweise Ertüchtigung eines S-Bahn-Netzes sei durchaus in vergleichbaren Nahverkehrssystemen üblich. Die Perspektive, erst 2035 bei einem Vollausbau der S-Bahn-Wiesentalstrecke, das Klinikum mit einem Halt zu erschließen, sei aus Sicht der SPD ein politischer Offenbarungseid. Dies in Zeiten einer notwendigen Verkehrswende zum S-Bahn-Verkehr kann nicht ernsthaftes politisches Ziel im Landkreis Lörrach sein.
Klaus Eberhardt | Fraktionsvorsitzender
Sehr geehrte Frau Landrätin,
die SPD-Kreistagsfraktion stellt folgenden Antrag:
Der Kreistag beschließt:
Begründung:
Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der vierspurige Ausbau der B 317 zwischen Lörrach und Schopfheim im weiteren Bedarf mit Planungsrecht enthalten. Auf einer Länge von 8,8 km soll die Strecke auf vier Fahrbahnen ausgebaut werden. Die Kosten werden dafür mit 105,8 Mio. € (Stand 2014) angegeben. Aufgrund der allgemeinen Entwicklung der Baupreise dürfte dieser Wert bereits heute deutlich überschritten sein. Mit den ersten Vorplanungen ist ausweislich des Bundesverkehrswegeplans im Jahr 2013 begonnen worden. Die Planung geht davon aus, dass im Planfall 2030 mit einem Verkehrsaufkommen von 24.000 KfZ/24 h zu rechnen ist.
Die SPD Kreistagsfraktion hält das Projekt für aus der Zeit gefallen.