Trauer um ehemaligen Bundestagsabgeordneten Gnädinger
Wahlplakat 1983

Im Alter von 81 Jahren ist der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Fritz-Joachim Gnädinger in Konstanz verstorben. Gnädinger war von 1967 an fast 20 Jahre Kreisvorsitzender der SPD im Landkreis. 1969 wurde er im Alter von 31 Jahren als einer der jüngsten Abgeordneten überhaupt in den Bundestag gewählt. Dort war er Sprecher der SPD im Rechtssausschuss, dessen stellvertretender Vorsitzender er später wurde.

Seine Arbeitsschwerpunkte im Bundestag waren das Mietrecht, die  Raumordnung und der Städtebau. Insgesamt war Gnädinger zehn Jahre Bundestagsabgeordneter. Er wurde 1972 und 1980 wieder ins Parlament gewählt, doch 1976 und bei der vorgezogenen Bundestagswahl 1983 scheiterte seine Wiederwahl knapp.

Nach dem Regierungswechsel 1982 warnte Gnädinger mit scharfen Worten vor den marktliberalen Mietrechtsänderungen der schwarz-gelben Regierung, deren schädliche Auswirkungen teilweise bis heute spürbar sind. 

Sozialdemokrat war Gnädinger seit 1957, seit seinem 19. Lebensjahr. Von 1965 bis 1969 war er stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos. Er gehörte auch dem Landesvorstand der SPD an und pflegte als Vizepräsident der Sozialistischen Bodensee-Internationale den Austausch mit Sozialdemokraten aus Österreich und der Schweiz.

Gnädiger arbeitete nach seinem Rückzug aus der Politik wieder als Staatsanwalt.

 

Stoch: Landtagswahl in Thüringen ist „höchst besorgniserregend“

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch hat die Ergebnisse der Landtagswahl in Thüringen als „höchst besorgniserregend“ bezeichnet.

„Bei einem solchen Wahlergebnis droht die politische Balance in unserem Land verloren zu gehen, wenn die Parteien am politischen Rand mehr als 50 Prozent der Stimmen erzielen“, erklärte Stoch.

Frauen sind immer noch benachteiligt

Der Arbeitskreis „Christen in der SPD“ erörterte das Thema „Gleichberechtigung der Frau“.

Erst 1919 war das erreicht, wofür Frauen seit Mitte des 19. Jahrhundert gekämpft hatten, nämlich wählen zu dürfen. Ihr Recht auf Bildung, Privateigentum und Erwerbsarbeit war noch vor der Wende zum 20. Jahrhundert erstritten worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg ganz grundsätzlich in Frage gestellt wurde die Rollenverteilung von Mann und Frau. Nachholbedarf bei der Gleichstellung der Frau gibt es gleichwohl noch heute. Es sei nötig, in diesem Bemühen nicht nachzulassen, sagte in der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises „Christen in der SPD“ Pfarrerin Adelheid Binder, die zur Vertiefung dieses Themas die Frauenbeauftragte der Stadt Freiburg, Simone Thomas, eingeladen hatte.

Landtagswahlen: Stoch mit „gemischten Gefühlen“

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch sieht den heutigen Wahlabend mit gemischten Gefühlen. „Die SPD hat sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen unter sehr schwierigen Vorzeichen bravourös für unsere demokratische Kultur und gegen politischen Extremismus gekämpft. Das war eine großartige Leistung.“

Dass die SPD in Brandenburg nun offenbar weiterhin klar die Nase vorn habe, sei dabei ein ganz wichtiges Signal: „Wir können gewinnen, wenn wir unsere Erfolge deutlich machen und vor allem Vertrauen in die Zukunft schaffen. Das war eine beeindruckende Aufholjagd in den letzten Wochen. Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen.“ Die SPD in Brandenburg habe dort nun „ganz klar den Regierungsauftrag“, so Stoch.

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