von Oswald Prucker
Kurz vor Weihnachten standen Vertreter der DB Regio in der Vollversammlung des Zweckverbands Regionalverkehr Freiburg (ZRF) Rede und Antwort zur West-Ost-Linie der Breisgau-S-Bahn. Die Situation auf dieser Linie ist eigentlich seit ihrem Start vor einigen Jahren frustrierend. Die Kapazitäten sind zu knapp bemessen und zu oft fallen Züge komplett aus oder halten nicht an allen Haltestellen. Jüngster Aufreger: Man darf auf dieser Strecke keine Schulklassen mehr anmelden. Diese Nachricht war noch keine fünf Minuten bei der Badischen Zeitung online, da erreichten mich schon die ersten zurecht wütenden Reaktionen.
Schulklassen bleibt der Zugang zu umweltfreundlicher Mobilität verwehrt.
Die Breisgau S-Bahn ist eine beliebte Verbindung für Schulklassen. Ob für Lerngänge aus Freiburg in den Schwarzwald oder für die Fahrt aus dem Umland nach Freiburg ins Theater, die Verbindung wird rege genutzt.
Dass Schülerinnen und Schüler nun diejenigen sein sollen, die unter der Unfähigkeit der Verantwortlichen leiden sollen stößt bei uns auf Unverständnis. „Das ist ein handfester Skandal,“ so die Vorsitzende der SPD Freiburg Viviane Sigg.
Wo die Nachfrage an umweltfreundlicher Mobilität größer ist als das Angebot, muss dieses deutlich ausgeweitet werden. Auch Schulklassen sind Kunden. Dass gerade diese nun für ihre Ausflugsaktivitäten auf die Straße ausweichen müssen ist in vielfacher Hinsicht ein falsches Signal.
„Gerade heranwachsende Generationen sollen schon früh an umweltfreundliche Mobilität herangeführt werden, das muss im Sinne einer Verkehrswende oberste Priorität haben. Wie soll das gehen, wenn Schulen im Rahmen von Bildungsfahrten nicht mehr auf die Bahn als Verkehrsmittel zurückgreifen können?“ so die Vorsitzende Viviane Sigg.
Reicht das Angebot an Zügen nicht aus, muss hier gehandelt und aufgestockt werden. Den Zugang zu begrenzen und für Schulen nun weitere finanzielle und organisatorische Hürden zu schaffen ist der falsche Weg.
„Es kann nicht sein, dass Schulen aus Angst, Ausflüge sonst nicht durchführen zu können, nun Reisebusse in ihr Budget einplanen müssen,“ so der Vorsitzende Julien Bender.
Die Schwierigkeiten auf der Strecke sind schon lange bekannt, aber statt einer Verbesserung verschärfen sich die Probleme zusehens. Die Aussage der DB, dass es wenig Sinn ergäbe, den Pendlern auch noch Schulklassen zuzumuten ist eine Frechheit. Die einzige Zumutung ist der Zustand der Breisgau S-Bahn.
Die Verantwortung für den Regionalverkehr liegt beim Land. Daher richten wir unseren Appell an den grünen Verkehrsminister Winfried Hermann, hier umgehend zu handeln und Schulklassen wieder Ausflugsreisen zu ermöglichen.
Die SPD hat Andreas Stoch, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD Baden-Württemberg, erneut in den Bundesvorstand der Partei gewählt. Am Freitag wurde bereits Saskia Esken als Co-Parteivorsitzende im Amt bestätigt. Beide waren vom SPD-Landesvorstand Baden-Württemberg nominiert worden.
Neben den Wahlen wurde vor allem die Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz mit großer Spannung von den Delegierten erwartet. „Deutschland leidet derzeit unter mannigfaltigen Krisen. Olaf Scholz hat in seiner Rede bewiesen, dass er das Land gut führt. Er hat die Schwierigkeit der aktuellen Lage verdeutlicht, gleichzeitig aber auch Zuversicht vermittelt“, kommentiert Andreas Stoch die Rede des Kanzlers.
Der SPD-Kreisverband Rottweil hat die Halbzeitbilanz der Ampel diskutiert. Zu Gast war die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur. Der Kreisvorsitzende Mirko Witkowski freute sich, trotz glatter Straßen, soviel Interessierte in Dunningen begrüßen zu dürfen. Er stellte das Thema des Abends vor. Zwei Jahre Ampel-Regierung, was wurde vom Koalitionsvertrag umgesetzt beziehungsweise angepackt. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung sind dies zwei Drittel des Vertrages. Was bei den Bürgern hängen bleibt, ist oft nur der öffentlich ausgetragene Streit in der Koalition. Erfolge würden laut Witkowski von Krisen wie Corona und Kriegen in der Wahrnehmung überdeckt.