SPD Südbaden

 

Rückblick: Veranstaltung mit Andrea Ypsilanti

Veröffentlicht in Ortsverein

Für eine neue Sozialdemokratie

Wie kann eine zunftsweisende linke Politik aussehen? Dieser Frage geht die bekannte hessische SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti in ihrer Streitschrift „Und morgen regieren wir uns selbst“ nach. Ihre Ideen zur Zukunft der politischen Linken und der SPD stellte sie auf Einladung des SPD-Ortsvereins Freiburg Ost am 15.11.2018 im Bürgersaal Littenweiler im Rahmen einer Lesung vor. Ihre Kernthese lautet, dass ein Aufbruch nicht von den Parteien zu erwarten ist, sondern aus der Gesellschaft heraus entstehen muss.

Gut 50 Bürger*innen folgten der Einladung in den gut gefüllten Bürgersaal Littenweiler. Nach einer Begrüßung und kurzen Einführung ins Thema durch den SPD-Kreisvorsitzenden Julien Bender, begann nahtlos die Lesung von Andrea Ypsilanti. Diese gliederte sich in zwei Teile. Im ersten, vom SPD-Stadtrat Walter Krögner moderierten, Teil der Veranstaltung analysierte sie kurz die derzeitige Situation der SPD. Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Sozialdemokratie in ganz Europa und der Krise der Volksparteien insgesamt könne der Absturz der SPD nicht überraschen. Beigetragen habe die SPD dazu insofern selbst, als auch sie in den vergangenen Jahren eine neoliberale Kultur vertreten habe.

Schnell wandte sich die Debatte dann der Zukunft der SPD und der politischen Linken zu. Hier führte Dorothea Schiewer von den Jusos Freiburg souverän durch die Diskussion.

Andrea Ypsilanti erinnerte daran, dass derzeit viele Menschen politisch aktiv sind und sich für gesellschaftliche Veränderungen einsetzen. Dazu gehören z. B. diejenigen, die für den Erhalt des Hambacher Forsts demonstrierten oder die Menschen, die sich für die Aktion Seebrücke engagieren. Sie rief die SPD-Mitglieder auf sich in zivilgesellschaftlichen Initiativen wie diesen zu beteiligen, sich zu vernetzen und die Ideen und Anliegen dieser Gruppen in die Partei zu tragen. So könne gesellschaftliche Erneuerung gemeinsam gelingen.

Wichtig war ihr, die Anwesenden daran zu erinnern, dass Reformpolitik immer radikal sein sollte. Es reiche in der derzeitigen Situation nicht aus, an vielen kleinen Stellschrauben zu drehen. Vielmehr sollte ein echter sozial-ökologischer und kultureller Umbau angestrebt werden. Ihrer Ansicht nach muss dafür neu über Umverteilung gesprochen werden. „Umverteilung“ begreift Andrea Ypsilanti hierbei nicht nur als die Umverteilung von Reichtum. Vielmehr geht es ihr hier auch um die Umverteilung von Arbeit und von öffentlichen Ressourcen wie bspw. Energie, Verkehr und Wohnraum. Nur so ließe sich nach Ypsilantis Analyse den aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel und Digitalisierung der Arbeitswelt begegnen.

Eine Absage erteilte Andrea Ypsilanti der Vorstellung, dass sich die SPD wieder an alten sozialdemokratischen Ideen orientieren solle, um politische Bedeutung zurückzugewinnen. Ihrer Ansicht nach sind traditionelle Werte wie Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit zwar nach wie vor gültig. Ein Zurück in die 70er Jahre könne es aber nicht geben, denn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich seither grundlegend geändert.

Zum Ende der Veranstaltung rief Andrea Ypsilanti Ihre Partei dazu auf, die Angst vor kontroversen Debatten zu verlieren und wieder Mut zur Utopie zu entwickeln. Ein Anfang wurde an dem Abend mit der der intensiv geführten Diskussion gemacht.

SPD- Ortsverein Freiburg Ost

 

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