Rund 40 Akteure vom Aktionsbündnis „Pro Gäubahn“ demontrierten am Oberndorfer Bahnhof. Foto: Tanja Witkowski
Von Oberndorf, Rottweil oder Sulz nach Stuttgart oder von Stuttgart an den Bodensee und in die Schweiz - das ist bisher in einer Direktverbindung durch die Gäubahn mit der Bahn möglich. Doch schon ab 2026 soll das anders sein. Die Bahn will diese auch für den Kreis Rottweil wichtige Bahnstrecke für viele Jahre abhängen. In einem Aktionstag des Bündnisses „Pro Gäubahn“, der vom SPD-Kreisverband Rottweil und vom Kreisverband von Bündis‘90/Die Grünen unterstützt wurde, protestierten am Freitag rund 40 Personen am Oberndorfer Bahnhof gegen diese Pläne.
„Seid laut und wehrt euch gegen die Pläne der Bahn“, mahnte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe Jürgen Resch am Oberndorfer Bahnhof. Bei seiner Tour auf der Gäubahnstrecke am Freitag erklärte er, warum die Deutsche Umwelthilfe gegen die Unterbrechung der bisher durchgängigen Strecke Klage eingereicht hat. Der Verhandlung soll am 12. Februar vor dem Verwaltungsgericht in Stuttgart stattfinden. „Die Bahn verstößt gegen einen geltenden Planfeststellungsbeschluss“, so Resch. So sei die Bahn verpflichtet, ein bestimmtes Streckenverbindungsnetz anzufahren. Dazu zähle auch die Strecke der Gäubahn. Die Arbeiten an Stuttgart 21 müssen so umgesetzt werden, dass die Gäubahn weiterhin fahren kann. Eine Kappung dieser Strecke für mehrere Jahre dürfe nicht sein.
Dies ist auch die Ansicht der in Oberndorf Protestierenden und des Aktionsbündnis „Pro Gäubahn“, dem auch der SPD-Kreisverband Rottweil und der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen angehört. „Wir sind gegen die Kappung der Gäubahnlinie“, sind sich Sonja Raisp-Lauer (Grüne) und Berthold Kammerer (SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Rottweil) sowie Tanja Witkowski aus dem SPD-Kreisvorstand einig. Eine Kappung dieser Strecke wäre ein gravierender Standortnachteil für den ländlichen Raum. „Es darf nicht sein, dass man die Menschen im Landkreis Rottweil im Stich lässt und ihnen einfach mitteilt, dass sie ab 2026 über Jahre hinweg keine direkte Verbindung mehr nach Stuttgart haben werden. Wir setzen uns deshalb aktiv dafür ein, dass die Strecke erhalten bleibt und danken Jürgen Resch für seinen Einsatz“, so die beiden Vertreter der Politik weiter.
Die Geschichte, die Bedeutung der Gäubahn und all das, was schief gegangen ist im Zusammenhang mit dem Bau von Stuttgart 21 wurde nun in einen Film aufgearbeitet. „Der Kampf um die Gäubahn ist ein Kampf um die Bahn“, so heißt der Film, der dieser Tage seine Premiere hatte.